

| Die Burgundertrüffel (Tuber aestivum var. uncinatum) ist eine spätreifende Varietät der Sommertrüffel. Sie wächst in Symbiose mit Schwarzföhren (Pinus nigra subspecies austriaca), verschiedenen Eichenarten (Quercus spp.), Hasel (Corylus avellana), Linden (Tilia spp.) und anderen Baumarten. Die Burgundertrüffel zeichnet sich durch eine dunkle, warzige Rinde (Peridie) und eine weiß-dunkelbraun marmorierte Schnittfläche (Gleba) aus. Die Sporen haben ein netzförmiges Ornament. Die Burgundertrüffel bevorzugt sandig-lehmige bis steinige, kalkreiche, nicht zu tröckene, aber gut wasserzügige Böden. Die Burgundertrüffel kommt in der Ebene und im Hügelland vor, wir konnten diese Art bis zu in bis zu 550 m Seehöhe finden. Diese Trüffel hat ihre Hauptreifezeit im Herbst, bis zum Einsetzen des Hochwinters. Sie hat ein feines Aroma und wird in Frankreich als "Truffe de Bourgogne" sehr geschätzt. Die nördliche Verbreitungsgrenze der Burgundertrüffel liegt in Südschweden. |

| Die Gekrösetrüffel (Tuber mesentericum) ist der Burgundertrüffel im Aussehen sehr ähnlich, unterscheidet sich aber bei Vollreife durch einen stechenden Geruch und häufig auch durch eine nabelartige Einbuchtung. Bei jungen Exemplaren kann die Abgrenzung von der Burgundrtrüffel schwierig sein, die Sporen sind auch sehr ähnlich. Verbreitungsgebiet und Standortsvorlieben der beiden Arten sind ähnlich, die Gekrösetrüffel scheint jedoch widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu sein. Sie kommt auch nach trockenen Sommern, wie im Jahr 2003 vor. Sie wird wegen des stechenden Geruchs nur in wenigen Regionen kulinarisch verwertet. |

| Die Wintertrüffel (Tuber brumale) hat eine sehr dunkle, feinwarzige Rinde (Peridie) und eine grauschwarze Gleba mit weißer Marmorierung. Die Sporen sind mit Stacheln besetzt. Sehr dunkle Exemplare können mit der Périgord-Trüffel verwechselt werden. Sie bevorzugt kalkreiche, lehmige Böden und kann ebenfalls mit einer Vielzahl von Baumarten wachsen. Die Art kommt in Österreich im Flach- und Hügelland vor. Es werden zwei Varitäten unterschieden, die unterschiedliche Geruchsqualitäten aufweisen, Tuber brumale var. brumale mit einem etwas angenehmeren Geruch und Tuber brumale var. moscatum mit einem sehr stechenden Geruch. |

Die schwarze Périgordtrüffel (Tuber melanosporum) weist eine warzige, dunkle Peridie auf und ist im Anschnitt schwarz, mit einer sehr feinen weißen Marmorierung. Die Sporen sind dunkel und bestachelt. Die Art kommt wild vor allem in Südwesteuropa vor, in Frankreich, Spanien und Italien. Sie wird wegen ihres sehr intensiven, betörenden Dufts von Feinschmeckern sehr geschätzt. Sie wird wild gesammelt und in Trüffelhainen kultiviert. Diese Art bevorzugt warme Lagen und sehr basische, kalkreiche, gut durchlüftete und wasserzügige Böden. Leichter Frost stimuliert die Reife, starker, andauernder Bodenfrost schädigt jedoch die Trüffel, die erst im Winter, etwa ab Dezember, reift. In Österreich sind keine natürlichen Vorkommen der Périgordtrüffel bekannt, ihr Anbau in besonders wärmebegünstigten, wintermilden Lagen ist einen Versuch wert. Verschiedene asiatische Trüffelarten (Tuber indicum, Tuber himalyense, Tuber pseudohimalayense) werden vor allem aus China importiert. Sie sehen der Périgordtrüffel sehr ähnlich, sind aber geschmacklich nicht vergleichbar. Die weiße Alba-Trüffel (Tuber magnatum) ist die teuerste aller Trüffelarten, und ein Markenzeichen des Piemont und anderer Regionen. Sie hat eine dünne, hellbeige, fast Glatte Peridie, und eine ebenfalls helle, leicht marmorierte Schnittfläche. Ihre Sporen weisen ein netziges Ornament auf. Die größte Trüffel dieser Art wurde 1999 gefunden und wog g - ein Vermögen, bei einem Kilopreis von bis zu 6000 €. Die Kultivierung dieser Art ist bislang noch nicht geglückt. Die in Mitteleuropa verbreitete, sogenannte deutsche Trüffel oder Mäandertrüffel (Choiromyces meandriformis) zählt zu einer anderen Gattungwird manchmal durch Zufall gefunden und dann oft fälschlich für eine Alba-Trüffel gehalten. Sie ist aber geschmacklich nicht vergleichbar, und roh sogar unbekömmlich Wir konnten wir im Rahmen unserer Forschungen bislang 13 Arten und Varietäten von Trüffeln in Österreich finden. Der Größte Teil der von uns bearbeiteten Funde stammt aus Niederösterreich. Zwei Arten, die Gekrösetrüffel (Tuber mesentericum) und die Wintertrüffel (Tuber brumale) wurden von Urban & Pla (2002) erstmals für Österreich nachweisen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass noch weitere Arten in Österreich entdeckt werden. |
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